
Praga-Północ (Warschau)
Das polnische Forschungsteam hat ein Viertel im rechtsufrigen Stadtteil Praga-Północ ausgewählt. In diesem Gebiet leben etwa 59.000 Menschen auf einer Fläche von 11,3 km², was einer Bevölkerungsdichte von rund 5.500 Personen pro km² entspricht. Das Stadtbild ist geprägt von einer Mischung aus Vorkriegsbauten, Nachkriegsblöcken und revitalisierten Industriearealen.
Obwohl der Revitalisierungsprozess stetig voranschreitet, bleibt die soziale Sensibilität des Viertels hoch. Die Bevölkerung ist vielfältig: Sie umfasst alteingesessene Arbeiterfamilien, Künstler, junge Fachkräfte sowie Migranten aus Osteuropa, primär aus der Ukraine und Georgien.
Der Zugang zu Grünflächen ist mit etwa 9,5 m² pro Einwohner begrenzt; Grünanlagen machen lediglich 5% der Gesamtfläche des Bezirks aus. Es gibt 37 ha Parks, 12 ha kleinere Grünanlagen und 56 ha Straßenbegleitgrün. Zu den wichtigsten Vorzügen zählen der Praski-Park (18,5 ha), der Warschauer Zoo sowie neue Pocket-Parks und biozönotische Gärten. Im Rahmen jüngster Begrünungsmaßnahmen wurden über 8.800 Sträucher und 113 Bäume gepflanzt.
Trotz dieser Verbesserungen gehört das Gebiet weiterhin zu den sozial am stärksten benachteiligten Stadtteilen Warschaus, was sich unter anderem in einer hohen Arbeitslosenquote (32 Personen pro 1.000 Einwohner im erwerbsfähigen Alter) widerspiegelt.
Amsterdam-West
Das niederländische Forschungsteam hat ein Viertel im westlichen Teil von Amsterdam ausgewählt. Im Jahr 2025 lebten dort 9.365 Einwohner bei einer durchschnittlichen Dichte von 4.198 Adressen pro km². Rund 87% der Wohngebäude wurden zwischen 1950 und 1975 errichtet, wobei Wohnungen 77,4% des Bestands ausmachen.
Die soziodemografische Struktur ist gemischt: 22% der Bewohner sind niederländischer Herkunft, 11% sind Migranten aus Europa und 67% Migranten aus außereuropäischen Ländern. Unter den Bewohnern im Alter von 15 bis 75 Jahren verfügen 42% über eine praktische (berufsbildende) Ausbildung, 32,9% über einen mittleren Bildungsabschluss und 25,1% über eine theoretische (akademische) Bildung. Das Viertel zeichnet sich durch eine der stadtweit höchsten Zahlen an Kindern mit Übergewicht und Adipositas aus (28% im Jahr 2017) und ist daher ein Schwerpunktgebiet im Rahmen des Programms „Amsterdamer Ansatz für ein gesundes Gewicht“ (Amsterdam Approach to Healthy Weight).


Bremen-Nord
Das deutsche Forschungsteam hat einen Stadtteil im Norden von Bremen ausgewählt, der am Stadtrand liegt und an ländliche Gebiete grenzt. Der Stadtteil hat etwa 10.000 Einwohner. Die Bebauung entstand überwiegend in den 1960er Jahren; es dominieren Wohnblöcke (meist fünfgeschossig), aber es gibt auch Doppelhaushälften. Abgesehen von einigen Hauptstraßen ist das Verkehrsaufkommen gering, und die Umgebung ist recht grün (Baumbestand aus den 60er Jahren, ein großer Park befindet sich in der Nähe).
Die soziodemografische Struktur ist vielfältig – hier leben Migranten aus Osteuropa (Polen und ehemalige UdSSR), die in den 1990er Jahren zugewandert sind, sowie kürzlich angekommene Geflüchtete. Die Prävalenz von Übergewicht und Adipositas bei Kindern (im Alter von 5–6 Jahren bei der Einschulung) lag in den Jahren 2020–2022 bei 19,9%. Seit 2020 ist der Stadtteil Teil eines städtischen Programms für Quartiere mit besonderem Entwicklungsbedarf.
Rudkøbing auf der Insel Langeland
Das dänische Forschungsteam hat ein Viertel in der Stadt Rudkøbing auf der Insel Langeland ausgewählt.
Die Gemeinde Langeland zählt etwa 12.000 Einwohner und ist damit eine der kleinsten Gemeinden Dänemarks. Sie liegt in einer Randregion des Landes und zeichnet sich durch eine geringe Bevölkerungsdichte von nur 41 Einwohnern pro Quadratkilometer aus. Die umgebende Landschaft ist überwiegend ländlich geprägt, verfügt über weitläufige Grünflächen und ist fast vollständig von Wasser umgeben. Die Region sieht sich mit demografischen Veränderungen wie Bevölkerungsrückgang und Überalterung konfrontiert; Kinder im Alter von 0–17 Jahren machen etwa 12% der Bevölkerung aus. Zudem steht die Gemeinde vor sozioökonomischen Herausforderungen, darunter eine höhere Arbeitslosigkeit und ein niedrigeres Bildungsniveau im Vergleich zum Landesdurchschnitt.


Linkes Stadtrufer von Saragossa
Das spanische Forschungsteam hat ein Viertel am linken Ebro-Ufer von Saragossa ausgewählt. Saragossa ist eine mittelgroße Stadt im Nordosten Spaniens mit etwa 700.000 Einwohnern. Das gewählte Viertel hat rund 78.548 Einwohner.
Dieses Gebiet ist das bevölkerungsreichste zweitgrößte und flächenmäßig viertgrößte Stadtviertel. Es besteht aus verschiedenen Siedlungen und umfasst sogar ein Industriegebiet. Das Viertel wird als Gebiet mit mittlerem Einkommen eingestuft, weist jedoch im Vergleich zum städtischen Durchschnitt ein niedrigeres mittleres Einkommens- und Bildungsniveau auf. Seine kulturelle Vielfalt und sein sozialer Kontext machen es zu einem wichtigen Forschungsgebiet im Hinblick auf die Bekämpfung gesundheitlicher Ungleichheiten.
Die soziodemografische Struktur ist vielfältig; Migranten machen 10,8% der Gesamtbevölkerung aus. Davon stammen 43,5% aus Europa, 25,8% aus Afrika, 23,6% aus Amerika und fast 7% aus Asien. Die am stärksten vertretenen Herkunftsländer sind Rumänien (31,8%) und Marokko (8,9%), gefolgt von Ecuador, China, Kolumbien und dem Senegal (mit Anteilen zwischen 4% und 6%). In Bezug auf den öffentlichen Nahverkehr zeichnet sich das Viertel durch eine überdurchschnittliche Verfügbarkeit von Stadt- und Überlandbussen sowie des städtischen Fahrradverleihsystems aus. Die Verfügbarkeit von Grünflächen ist auf einem guten Niveau und liegt nahe am städtischen Durchschnitt.